Carsten bloggt…

Energietour mit der quietschenden Ölpumpe - Tag 4 und 5

14. August 2009

Hallo da draußen,

Der Beginn des 4. Tages war ein schönes Frühstück im Pfarrhaus und der Segen des Hausherren auf dem Weg. Allerdings waren die Füsse unseres „Soldaten“ in einem Zustand, dass wir ihm das Begleitfahrrad gerne überliessen.

Wie auch bei der Auskundschaftung unserer Route drei Wochen vorher schafften wir es, uns in Möbisburg wieder zu verfahren. Also wieder zurück den kleinen Berg herauf und auf die Straße. Als wir gerade ein kleines Fotoshooting mit dem Windpark dort machten, hielt ein Auto und zu wiederholten Male hatten wir den Eigentümer dieser Energieproduktion vor uns, diesmal Herrn Hloucal. Irgendwie scheinen diese Leute häufig nach ihren Lieblingen zu schauen.

Wie befürchtet, zog sich der Einmarsch nach Erfurt ziemlich. Ziemlich entnervt kamen wir am späten Nachmittag an der Geschäftsstelle der GRÜNEN an. Ein kurzes Foto und dann auf zum Anger. Die Fahrt dahin über Straßenbahngleise, teilweise auf den Straßen, war ein echtes Abenteuer. Dort warteten dann diverse Wahlstände auf uns und auch zwei Kamerateams von ZDF und MDR.

Wir hatten interessante Gespräche, Georg z.B. sprach mit Syrern und Bulgaren. Die Themen kamen schnell von der Energie auf die teilweise schlimme soziale Situation der Einzelnen zu sprechen. Langsam werden wir wiedererkannt. Manche kannten uns schon aus Gotha.

Der 5. Tag war eine Tour durch Erfurt. Die einzelnen Parteizentralen wurden der Reihe nach angelaufen. Die CDU wurde zwar angerufen, ließ aber nur einen Blick aus dem Fenster auf uns ruhen. Der Geschäftsführer hielt eine schriftliche Beantwortung unserer Mail für ausreichend.

Ganz anders die FDP. Dort gab es zwar Zustimmung dazu, frei seine Meinung zu äußern, inhaltlich allerdings gäbe es keine Übereinstimmung. Immerhin war der Besuch scheinbar so wichtig, dass er schon am gleichen Abend auf der FDP-Homepage verarbeitet wurde.

Bei der LINKEN gaben sich zwei Landtagsabgeordnete die Ehre. Sie waren aufgeschlossen und konnten vor allem zum Thema Verteilungsgerechtigkeit Gemeinsamkeiten finden.

Nach einem kurzen und netten Zwischenstop bei den Kollegen von Ver.di ging es zur SPD. Ihr Landesgeschäftsführer war korrekt gekleidet, sehr engagiert und führte mit uns eine längere Debatte über unsere Absichten. Dort gab es die größten Übereinstimmungen an diesem Tag.

Überraschend klappte es auch mit einem Kontakt in die Staatskanzlei. Die persönliche Referentin des Leiters hatte spontan Zeit für uns. Auch dieses Gespräch war sehr angenehm und sie nahm auch die Fragen gerne entgegen. Abgerundet wurde der Tag durch weitere drei Stunden mit Diskussionen auf dem Anger. Insgesamt war der Tag gut geeignet, unser Anliegen in der Landeshauptstadt bekannt zu machen.

Euer Carsten (Mittwochabend, den 12. August 2009)

Bilder gibt’s auf meiner Webseite: http://www.carstenmeyer.weimar-ergruent.de/bildergalerie/

14. August 2009

Energietour mit der quietschenden Ölpumpe - Tag 2 und 3

11. August 2009

Hallo da draußen,
auf dem Weg von Bad Langensalza nach Gotha hatten wir einen sehr netten Zwischenstop in Gräfentonna. Dort gibt es nicht nur einen bekannten Knast, sondern auch eine kleine katholische Lebensgemeinschaft von Frauen, die „Kleinen Schwestern“. Über die persönliche Bekanntschaft von Nikolaus mit ihnen bekamen wir dort heißen Kaffee und ganz frischen Zucchini-Kuchen (lecker!). Ab dort begleiteten uns dann Richard aus Eisenach und Karl-Wilhelm Koch, ein grünes Urgestein aus Rheinland-Pfalz.

Das war auch nötig, denn nun ging es das Nessetal etwa fünf Kilometer leicht aber stetig bergauf. Bei Ballstädt gab es einen kleinen Fotostop vor einem großen Areal mit Solarmodulen, die dem Sonnenstand entsprechend nachgeführt wurden. Überraschend hielt ein Auto an und der interessierte Fahrer entpuppte sich als der Eigentümer der Anlage. So kamen wir noch in den Genuss einer kleinen Einführung über die Schwierigkeiten, in Thüringen Baurecht für erneuerbare Energieanlagen zu bekommen.

Richtig nervig waren dann die letzten Kilometer bis Gotha. Wir mussten auf der Hauptverkehrstrasse laufen und diesmal ohne Polizeibegleitung. Dafür entschädigte aber die Ankunft in Gotha. Das Wetter beruhigte sich und wir bekamen ein Nachtlager direkt am Hauptmarkt hinter dem Rathaus. Unser Gastgeber war Nick Renner, der Eigentümer des „Friseur am Hauptmarkt“. Hier kommt jetzt der Werbeblock: Wenn er nur halb so gut Haare schneiden kann, wie müde Ölsucher in seinem mittelalterlichen Haus beherbergen, dann geht bloss alle zu ihm, wenn ihr mal in Gotha seid!
Hinzu kam dann noch, dass er auch gerade für die SPD in den Stadtrat gewählt wurde. Dort gibt es jetzt eine gemeinsame Fraktion mit den Grünen und wir hatten natürlich noch bis Mitternacht angeregte Diskussionen über unsere unterschiedlichen kommunalpolitischen Erfahrungen.

Da sich Karl-Heinz und Richard schon am Vorabend verabschiedet hatten, brauchten wir dringend Unterstützung und diese kam auch in Gestalt von Ali und Matthias, beide aus Jena extra angereist. Nachdem wir am Vortag schon mit über 26 Kilometern unsere geplante Strecke übertroffen hatten, waren wir wild entschlossen, heute bis nach Ingersleben zu kommen. Damit hätten wir dann eine ganze geplante Tagesetappe eingespart!

Nach einem Fotoshooting an der Friedenstein-Kaserne unter den mehr als misstrauischen Augen von Herren mit Maschinenpistolen ging es weiter Richtung Günthersleben. Auf dem Weg konnten wir gleich noch beobachten, wie die örtliche Agrargenossenschaft den Raps für den Biodiesel vom Acker holte. Unheilvolles Donnern veranlasste uns, auf dem schick sanierten Gelände der Wasserburg Günthersleben unsere Mittagspause zu machen. Georg hatte Gelegenheit, uns als Geologe mal in die Geheimnisse der örtliche Gesteine einzuführen, denn dort gibt es eine nagelneue geologische Ausstellung (mäßig besucht, aber bewacht von gleich drei Damen in geförderten Arbeitsverhältnissen). Bei der Abfahrt kamen wir dann mit einem Herren ins Gespräch, der sich als Mitinitiator eines neuen Energieprojektes entpuppte. In Günthersleben-Wechmar soll eine Bioenergieanlage für etwa 25 Mio. € entstehen, die mit einem neuen Verfahren die Ausnutzung von Biomassen deutlich verbessern wird. So langsam bekommen wir den Eindruck, dass wir mit unserer Ölsuche wirklich schon ganz schön von gestern sind.

Auf der langweiligen und gefährlichen Landstraße nach Wandersleben erwischte uns dann auch noch einen kurzer aber heftiger Regen. In Neudietendorf mussten uns die beiden Jenaer wieder verlassen und wir kamen zu viert bei Kathrin und Michael in Ingersleben an. Dort gab es ein schönes Abendessen im Garten und ein Nachtlager im Gemeinderaum.
Heute werden wir uns „stadtfein“ machen, denn nun geht es in die Hauptstadt.

Euer Carsten (Montag, den 10. August, abends)

11. August 2009

Energietour mit der quietschenden Ölpumpe - Tag 1 und 2

8. August 2006

Hallo da draußen,

wir haben eine schöne Auftaktveranstaltung in Mühlhausen gehabt. Presse war anwesend. Von dort bis Grabe hatten wir zwei wichtige Mitläufer: Zum einen den dortigen Landtagsabgeordneten der LINKEN mit seinem Mitarbeiter Morus und zum zweiten einen netten Polizisten in seinem Streifenwagen, der uns mit Blaulicht über die Bundesstraße gebracht hat. Das war auch notwendig, denn sonst hätten uns die Autofahrer wahrscheinlich in den Graben geworfen.

In Grabe gleich die erste dicke Überraschung. Der Bügermeister der Gemeinde und der Vorsitzende der Agrargesellschaft empfingen uns mit einem ländlichen Präsentkorb (Mett, jede Menge Würste, Zucchini, frisches Brot und zwei Eimerchen saure Gurken). Dann haben wir uns deren Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk und Photovoltaik angeschaut und das ganze etwa 200 Meter vom Relikt des Ölzeitalters entfernt, der letzten Gasförderanlage von Thüringen.

Nach einer Mittagspause wurde dann der Berg bezwungen. Dank Mithilfe aus dem Eichsfeld und aus Jena war das überhaupt kein Thema.

Danach leichte Reise über den Unstrutradweg. Viel positive Resonanz von den Zaungästen, die uns mit großen Augen anschauten. Leichter Regen kam auch auf.

Dann, in einer Linkskurve das Desaster: Eine blöde Regenrinne im Aspalt sorgte dafür, dass unser linkes Rad eine riesige Delle bekam. Aber das Material ist zäh. Bis jetzt (Sonntag 12.00) hält es noch.

Übernachtung in Thamsbrück, dank des Regens mit Erlaubnis des Pfarres nicht im Garten, sondern im Gemeinderaum.

Am Sonntag zuerst nerviger Regen, jetzt Sonne. In Langensalza ein schönes Auftaktfrühstück unter Mithilfe des örtlichen BUND. Das ganze vor der Marktkirche in der wundervoll sanierten Altstadt. Es gab sogar ein Reserverad für weitere Zwischenfälle. Die WestthüringerInnen sind im Wortsinn auf Draht. Presse war da und auf einmal auch Beate und Michael Hoffmeier. Beate läuft nun mit, und nun sind wir aktuell sechs ÖlsucherInnen.

Euer Carsten (Sonntag, den 9. August gegen 12.00 Uhr)



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